Kurz beantwortet
Eine Tiefbrunnenpumpe hängt unter dem Wasserspiegel und drückt das Wasser nach oben, wo Saugpumpen bei etwa 7 bis 8 m Tiefe aufgeben. Entscheidend sind der Rohrdurchmesser (4-Zoll-Modelle brauchen ab 110 mm Bohrloch), die Gesamtförderhöhe aus Tiefe, Höhenunterschied und Druckbedarf sowie ein Trockenlaufschutz. Der Anschluss ans 230-V-Netz gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.
Eine Tiefbrunnenpumpe holt Wasser aus einem Bohr- oder Schachtbrunnen nach oben, wenn der Wasserspiegel zu tief liegt, damit eine normale Saugpumpe noch ansaugen kann. Sie hängt unter dem Wasserspiegel an Seil und Steigleitung und drückt das Wasser nach oben, statt es anzusaugen. Deshalb spielt die Ansaughöhe, an der Hauswasserwerke und Gartenpumpen scheitern, hier keine Rolle.
Welche Pumpe passt, hängt an drei Dingen: am Durchmesser deines Brunnenrohrs, an der Gesamtförderhöhe (Tiefe plus Druckbedarf) und an der Wassermenge, die der Brunnen nachliefert. Auf dieser Seite vergleichen wir sieben Modelle nach genau diesen Kriterien. Für enge Rohre findest du eine eigene Seite zu 3-Zoll-Tiefbrunnenpumpen, für Standardrohre die Übersicht der 4-Zoll-Modelle.
Ehrlich vorab: Nur zwei der sieben Modelle (beide von Trotec) haben eine frei zugängliche Bedienungsanleitung mit vollständigem Datenblatt. Bei den übrigen Marken stützen wir uns auf die Angaben aus den Amazon-Produktseiten. Das kennzeichnen wir an jeder Stelle, an der es relevant ist.
Tiefbrunnenpumpen im Vergleich
| Modell | Angebot | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Trotec TDP 5500 E | 1.100 W | 6.000 l/h | 58 m | 5,8 bar | 100 mm | 20 m | 23 m | Edelstahl | 176,99 € | Zum Angebot* |
Trotec TDP 7501 E | 1.800 W | 6.000 l/h | 90 m | 9 bar | 86 mm | 20 m | 23 m | Edelstahl | 196,99 € | Zum Angebot* |
Eberth 4 Zoll Tiefbrunnenpumpe 750 W | 750 W | k. A. | 56 m | k. A. | 100 mm | k. A. | 20 m | Edelstahl | 129,90 € | Zum Angebot* |
VEVOR Tiefbrunnenpumpe 3,5 Zoll 750 W | 750 W | 6.300 l/h | 62 m | k. A. | 89 mm | k. A. | 20 m | Edelstahl | 153,90 € | Zum Angebot* |
| 800 W | 6.300 l/h | k. A. | 6,3 bar | 90 mm | k. A. | k. A. | Edelstahl | 149,19 € | Zum Angebot* | |
VEVOR 4 Zoll Tiefbrunnenpumpe 370 W | 810 W | 6.600 l/h | 44 m | k. A. | 102 mm | k. A. | 20 m | Edelstahl | 121,90 € | Zum Angebot* |
VEVOR 3 Zoll Tiefbrunnenpumpe 550 W | 550 W | 2.100 l/h | 108 m | k. A. | 76 mm | k. A. | 20 m | Edelstahl | 74,90 € | Zum Angebot* |
Leere Felder („k. A.“) heißen: Der Hersteller nennt den Wert nicht oder wir konnten ihn nicht belegen. Wir tragen dort nichts ein, was wir nur schätzen könnten. Die Maximalwerte für Fördermenge und Förderhöhe gelten nicht gleichzeitig. Je höher das Wasser steigen muss, desto weniger Liter pro Stunde kommen an. Mehr dazu im Abschnitt zur Förderhöhe.
So haben wir verglichen
Wir haben keine eigenen Praxismessungen gemacht. Die Rangfolge beruht auf belegten Kennwerten, der Dokumentation und darauf, wie gut ein Modell zu typischen Brunnensituationen passt. Beim Gewichten zählen die Passung zum Rohrdurchmesser, die Reserve bei der Förderhöhe, die dokumentierte Schutzausstattung und der Umfang der Herstellerunterlagen. Die genaue Methode steht unter So vergleichen wir. Preise, Sterne und Kundenmeinungen übernehmen wir bewusst nicht in die Bewertung.
Die Modelle im Detail
Platz 1: Trotec TDP 5500 E

Trotec TDP 5500 E
Gut dokumentierter Allrounder für das übliche 4-Zoll-Bohrloch: Steuerkasten, Datenblatt und Sicherheitshinweise sind vollständig öffentlich.
- Leistung1.100 W
- Fördermenge max.6.000 l/h
- Druck max.5,8 bar
- Förderhöhe max.58 m
- Vollständige Bedienungsanleitung des Herstellers
- Bis 20 m Eintauchtiefe
- Externer Schaltkasten mit Kondensator
- Förderhöhe von 58 m gilt nur bei null Durchfluss
- Aufnahmeleistung 1.100 W ist deutlich höher als die 550 W Abgabeleistung im Titel
Ideal für: Privatbrunnen bis ca. 40 m Gesamtförderhöhe und Bohrloch ab 110 mm
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Die TDP 5500 E ist eine Mehrstufenpumpe mit Edelstahlgehäuse, die über einen separaten Steuerkasten läuft. Laut Trotec-Anleitung nimmt sie maximal 1.100 W auf und gibt 550 W ab, fördert bis zu 100 l/min (6.000 l/h) und erreicht maximal 58 m Förderhöhe bzw. 5,8 bar. Die Pumpe misst 100 mm im Durchmesser, braucht ein Bohrloch ab 110 mm und hat 23 m Kabel.
Der Steuerkasten (IP44) enthält die Anlaufelektrik. Das Pumpenkabel darfst du deshalb nicht direkt an die Steckdose anschließen. Die Pumpe lässt Partikel bis 2,3 mm durch und ist für Wasser bis 35 °C ausgelegt. Das Gehäuse ist nach IP68 geschützt. Mit rund 13,5 kg bleibt sie auch allein noch händelbar. Die Eintauchgrenze liegt bei 20 m unter dem Wasserspiegel. Tiefer sollte die Pumpe nicht hängen.
Für wen nicht geeignet: für Brunnen, in denen der abgesenkte Wasserspiegel tiefer als etwa 40 m liegt, oder wenn du mehrere Regner gleichzeitig betreiben willst. Dann brauchst du mehr Förderhöhenreserve, etwa das nächste Modell.
Platz 2: Trotec TDP 7501 E

Trotec TDP 7501 E
Schmale Pumpe mit 90 m Förderhöhe: die Wahl, wenn das Wasser tief liegt oder das Rohr eng ist.
- Leistung1.800 W
- Fördermenge max.6.000 l/h
- Druck max.9 bar
- Förderhöhe max.90 m
- Nur 86 mm Durchmesser
- 90 m Förderhöhe laut Anleitung
- Gleiche Dokumentation wie Platz 1
- 1.800 W Aufnahmeleistung, höhere Stromkosten
- Mit rund 20 kg schwerer und unhandlicher beim Einbau
Ideal für: Tiefe Brunnen und hoher Druckbedarf, z. B. mehrere Regner oder Steigleitung bis ins Obergeschoss
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Hier hat Trotec ein anderes Konzept gewählt: Die Pumpe ist mit 86 mm schlanker, aber 1,18 m lang und kräftiger motorisiert. Aus der Anleitung: 1.800 W Aufnahme, 1.100 W Abgabe, 100 l/min, 90 m Förderhöhe und 9 bar. Die Mindestgröße des Bohrlochs liegt trotzdem bei 110 mm, wie bei den anderen beiden Typen der Baureihe. Du gewinnst also keine Möglichkeit, sie in ein engeres Rohr zu setzen, nur mehr Leistungsreserve.
Der Preis für diese Reserve ist der Stromverbrauch. Beim Beispiel im Abschnitt Stromkosten rechnen wir vor, was das pro 1.000 Liter ausmacht. Für einen flachen Brunnen mit wenig Druckbedarf ist die TDP 7501 E überdimensioniert.
Platz 3: Eberth 4 Zoll Tiefbrunnenpumpe 750 W

Eberth 4 Zoll Tiefbrunnenpumpe 750 W
Solide Eckdaten für ein Standardrohr, aber nur mit Amazon-Angaben belegt.
- Leistung750 W
- Förderhöhe max.56 m
- Durchmesser100 mm
- Korngröße max.0,5 mm
- Edelstahlgehäuse
- 20 m Kabel und Schmutzsieb
- Druckschalter für Automatikbetrieb nachrüstbar
- Kein frei zugängliches Herstellerdatenblatt gefunden
- Fördermenge nur in einer Tabelle auf den Produktfotos
Ideal für: Gartenbewässerung und Brauchwasser bei mittlerer Brunnentiefe
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Zur Eberth-Pumpe haben wir kein frei zugängliches Herstellerdatenblatt gefunden, und die Marke tritt vor allem über Händlerseiten auf. Die Eckdaten stammen aus den Amazon-Produktangaben: 750 W, 100 mm Durchmesser, Bohrloch ab 110 mm, Anschlussgewinde 1½ Zoll, 20 m Kabel, maximal 56 m Förderhöhe. Sandverträglich soll sie bis unter 0,25 Prozent sein, die Korngröße soll 0,5 mm nicht überschreiten. Ein Druckschalter gehört nicht zum Lieferumfang.
Wer eine Pumpe mit klaren Zahlen will, nimmt Platz 1. Die Eberth lohnt sich, wenn du das Budget schonen willst und bereit bist, die Kennlinie vor dem Kauf aus den Produktfotos zu prüfen. Einen Fördermengen-Wert tragen wir hier nicht ein, weil die Menge laut Anbieter von der Gesamtförderhöhe abhängt.
Platz 4: VEVOR Tiefbrunnenpumpe 3,5 Zoll 750 W

VEVOR Tiefbrunnenpumpe 3,5 Zoll 750 W
Schmale 89-mm-Pumpe mit hoher angegebener Förderhöhe, aber nur Händlerangaben als Beleg.
- Leistung750 W
- Fördermenge max.6.300 l/h
- Förderhöhe max.62 m
- Durchmesser89 mm
- 89 mm Durchmesser
- 62 m Förderhöhe laut Anbieter
- Rückschlagventil und automatischer Druckschalter laut Beschreibung
- Herstellerangaben nur über den Händler
- Anbieter empfiehlt trotz integriertem Ventil ein zweites Rückschlagventil
Ideal für: Enge Brunnenrohre und gelegentliche Nutzung für Garten und Brauchwasser
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VEVOR gibt für das Modell 750 W, 230 V, 105 l/min (umgerechnet 6.300 l/h), 62 m Förderhöhe, elf Laufräder und 20 m Kabel an. Der Auslass hat 1¼ Zoll. Laut Produktbeschreibung gehört ein automatischer Druckschalter dazu, der die Pumpe bei Wasserbedarf startet. Das ist bequem, bringt aber im Drucksystem auch eine Schwachstelle: Der Schalter sollte zu deinem Druckkessel passen.
Wichtig ist der Hinweis des Anbieters selbst: Die Pumpe darf nicht trocken laufen. Ein eingebauter Überlastschutz stoppt den Motor bei Blockade. Gegen Wassermangel schützt er nicht.
Platz 5: IBO Tiefbrunnenpumpe 800 W

IBO Tiefbrunnenpumpe 800 W
Kräftige Eckdaten für 90 mm Rohr, aber ohne Angabe zur Förderhöhe.
- Leistung800 W
- Fördermenge max.6.300 l/h
- Druck max.6,3 bar
- Durchmesser90 mm
- 800 W bei 230 V
- Kondensator ist laut Beschreibung in der Pumpe integriert
- Angabe zu Sandverträglichkeit
- Förderhöhe in der Beschreibung nicht genannt
- Wenig Dokumentation
Ideal für: Brunnen mit 90-mm-Platz, bei denen du die Kennlinie vorab beim Anbieter anfragst
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Laut Amazon-Angaben leistet die IBO-Pumpe 800 W, fördert bis zu 6.300 l/h und erreicht 6,3 bar. Der Kondensator sitzt in der Pumpe, was den Anschluss vereinfachen soll. Eine Förderhöhe nennt die Beschreibung nicht. Aus den 6,3 bar rechnen wir sie bewusst nicht um, weil bei Tauchpumpen der Maximaldruck nur bei geschlossenem Auslass gilt. Frag die Kennlinie beim Anbieter an, bevor du bestellst.
Platz 6: VEVOR 4 Zoll Tiefbrunnenpumpe 370 W

VEVOR 4 Zoll Tiefbrunnenpumpe 370 W
Viel Menge bei wenig Höhe: sinnvoll nur für flache Brunnen mit niedrigem Druckbedarf.
- Leistung810 W
- Fördermenge max.6.600 l/h
- Förderhöhe max.44 m
- Durchmesser102 mm
- Externer Steuerkasten laut Beschreibung
- 110 l/min als Maximalwert
- Edelstahlgehäuse und Edelstahlauslass
- Nur 44 m Förderhöhe
- Pumpe nimmt 810 W auf, gibt aber nur 370 W ab
Ideal für: Flache Brunnen, Zisterne oder Teich mit geringem Höhenunterschied
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Der Titel nennt 370 W, die Beschreibung erklärt den Unterschied: 810 W Eingangsleistung, 370 W Ausgangsleistung. Sechs Laufräder fördern maximal 110 l/min und 44 m. Der Durchmesser beträgt 102,4 mm. Der Anbieter empfiehlt, dass der Brunnenrohr-Durchmesser etwa 10 mm größer sein sollte als die Pumpe. Wir prüfen das nicht nach, lesen es aber als Hinweis, nicht in ein zu enges Rohr zu zwängen.
Platz 7: VEVOR 3 Zoll Tiefbrunnenpumpe 550 W

VEVOR 3 Zoll Tiefbrunnenpumpe 550 W
Sehr schmal, hohe Förderhöhe, aber geringe Menge: für kleine Entnahmen aus engen Rohren.
- Leistung550 W
- Fördermenge max.2.100 l/h
- Förderhöhe max.108 m
- Durchmesser76 mm
- Nur 76 mm Durchmesser
- 108 m Förderhöhe laut Anbieter
- 20 m Kabel
- Maximal 35 l/min (2.100 l/h)
- Nur Händlerangaben, kein Datenblatt
Ideal für: Enge Rohre und kleine Mengen, z. B. Gießkanne, Kanister, einzelner Wasserhahn
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Die kleinste Pumpe im Vergleich fördert laut Anbieter maximal 35 l/min bei bis zu 108 m Förderhöhe. Das ist eine typische Kennlinie für eine Hochdruck-Kleinmengen-Pumpe: viel Höhe, wenig Menge. Für einen Regner reicht das selten, für Wasserhahn, Kanister und kleine Becken oft schon. Der Auslass ist mit 2,5 cm angegeben.
Durchmesser: 3 oder 4 Zoll?
Die Zoll-Angabe bezieht sich auf die Außenmaße der Pumpe, nicht auf das Brunnenrohr. Eine 4-Zoll-Pumpe (rund 100 mm) braucht ein Bohrloch bzw. Innenrohr von mindestens 110 mm; bei Trotec steht genau diese Zahl in der Anleitung. Schmale Pumpen mit 76 bis 90 mm sind für engere Rohre gedacht.
| Brunnenrohr (Innenmaß) | Passende Pumpe | Auf dieser Seite |
|---|---|---|
| ab ca. 110 mm | 4 Zoll (ca. 100 mm) | Trotec TDP 5500 E, Eberth, VEVOR 4 Zoll |
| ca. 90–110 mm | 3,5 Zoll bzw. schmale Bauform | Trotec TDP 7501 E (86 mm), VEVOR 3,5 Zoll (89 mm), IBO (90 mm) |
| unter 90 mm | 3 Zoll (ca. 76 mm) | VEVOR 3 Zoll |
Miss immer das Innenmaß nach, nicht den Außendurchmesser des Rohrs. Ein Rohr „DN 100“ kann je nach Wandstärke innen deutlich kleiner sein. Die Schnellübersicht zu Rohren und Nennweiten findest du im Glossar unter Nennweite und Zoll. Welche Pumpe grundsätzlich zu welchem Brunnen passt, fasst die Kaufberatung Pumpe für Brunnen zusammen.
Welche Förderhöhe brauchst du?
Die Förderhöhe (Rechenweg ausführlich unter Förderhöhe berechnen) ist kein Tiefenmaß, sondern ein Druckmaß: 10 m Wassersäule entsprechen rund 1 bar. Entscheidend ist die Gesamtförderhöhe. Sie setzt sich aus vier Teilen zusammen:
- Abstand vom abgesenkten Wasserspiegel (nicht vom Ruhewasserspiegel) bis zur Geländeoberkante,
- Höhenunterschied bis zur höchsten Zapfstelle,
- Druckbedarf am Verbraucher (Regner brauchen oft 2 bis 3 bar, also 20 bis 30 m),
- Reibungsverluste in Steigleitung und Schlauch (je nach Länge und Querschnitt einige Meter).
Rechenbeispiel: Der Wasserspiegel steht beim Pumpen 12 m unter Gelände. Die Zapfstelle liegt 2 m über dem Boden. Dein Regner braucht 2 bar, das sind 20 m. Für Leitungsverluste rechnest du 6 m Reserve. Macht 40 m Gesamtförderhöhe. Eine Pumpe mit 58 m Maximalhöhe schafft das, liefert dabei aber nur noch einen Teil ihrer Höchstmenge. Wie viel genau, zeigt die Kennlinie im Datenblatt. Wenn der Hersteller keine Kennlinie nennt, ist das ein Warnzeichen.
Unsere eigene Faustregel für die Auswahl: Plane die Pumpe so, dass deine Gesamtförderhöhe bei höchstens zwei Dritteln der Maximalhöhe liegt. Bei weniger Reserve arbeitet die Pumpe am Rand ihrer Kennlinie, wird laut und verschleißt schneller.
Fördermenge und Brunnenergiebigkeit
Die Pumpe darf nicht mehr entnehmen, als der Brunnen nachliefert. Sonst fällt der Wasserspiegel bis zur Pumpe, sie saugt Luft und läuft trocken. Das ist bei den meisten Brunnenschäden der Auslöser. Wer seinen Brunnen nicht kennt, sollte die Ergiebigkeit mit einem Pumpversuch ermitteln, etwa mit einer kleinen Pumpe und gemessenem Absenkverlauf. Ein Brunnenbauer macht das in der Regel in kurzer Zeit.
Zur Einordnung: Der durchschnittliche Haushalt nutzt laut BDEW 129 Liter Trinkwasser pro Person und Tag. Für eine vierköpfige Familie wären das rund 516 Liter am Tag. Das ist wenig im Vergleich zum Gartenbedarf: Ein einzelner Regner mit 600 Litern pro Stunde (Beispielwert) verbraucht in einer Stunde mehr als ein Haushalt am Tag. Die Pumpe ist selten das Nadelöhr, der Brunnen schon.
Deshalb lohnt sich eine kleinere Pumpe mit Druckkessel oft mehr als eine große: Sie läuft ruhiger und entnimmt gleichmäßiger. Wie das zusammenspielt, erklärt das Glossar unter Druckkessel und Taktung.
Eintauchtiefe und Einbau
Die maximale Eintauchtiefe gibt an, wie tief die Pumpe unter dem Wasserspiegel arbeiten darf, nicht wie tief sie im Rohr hängen darf. Bei den Trotec-Modellen sind das 20 m. Außerdem verlangt die Anleitung einen Abstand zum Brunnengrund von mindestens 0,5 m, damit die Pumpe keinen Schlamm ansaugt. Hänge sie nie mit dem Kabel auf, sondern mit einem Edelstahl- oder Kunststoffseil am Haltering.
- Das Seil wird oben fest am Brunnenkopf oder Brunnenschacht befestigt.
- Die Steigleitung bekommt ein Rückschlagventil, auch wenn die Pumpe eines eingebaut hat. Einige Anbieter empfehlen das ausdrücklich.
- Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du unter Tiefbrunnenpumpe installieren.
- Das Kabel wird mit Kabelbindern alle 2 m an der Leitung geführt, damit es nicht am Rohr scheuert.
Sand, Schmutzsieb und Trockenlauf
Sandiges Wasser ist der häufigste Grund für verschlissene Laufräder. Die Angaben der Hersteller sind schwer vergleichbar: Trotec nennt eine maximale Partikelgröße von 2,3 mm, Eberth eine Sandverträglichkeit unter 0,25 Prozent mit höchstens 0,5 mm Korn, VEVOR unter 5 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Messgrößen. Ein höherer Prozentwert heißt nicht automatisch mehr Robustheit.
Wenn dein Brunnen frisch gebohrt ist oder sandet, musst du ihn zuerst klarpumpen. Dafür nimmst du am besten eine günstige Schmutzwasserpumpe, nicht die Tiefbrunnenpumpe. Einen Trockenlaufschutz musst du bei den meisten Modellen separat vorsehen. Er stellt die Pumpe ab, wenn kein Wasser mehr fließt, zum Beispiel über Druckschalter und Steuerung.
Steuerung: Schaltkasten, Druckschalter und Kessel
Eine Tiefbrunnenpumpe läuft nicht von allein, sie braucht eine Steuerung. Du hast drei Möglichkeiten:
- Manuell am Schaltkasten: einfach, gut für gelegentlichen Betrieb, etwa Gießkanne füllen.
- Mit Druckschalter und Druckkessel: Die Pumpe läuft an, sobald der Druck fällt, und schaltet bei Erreichen des Ausschaltdrucks ab. Für die Hausinstallation die gängige Lösung.
- Mit Pumpensteuerung und Trockenlaufschutz als elektronischer Ersatz für Druckschalter und Kessel, wenn nur kleine Mengen entnommen werden.
Ohne Kessel „taktet“ die Pumpe bei jedem kleinen Wasserbedarf an und aus. Das belastet Motor und Schalter. Bei Eberth steht ausdrücklich, dass der Druckschalter nicht im Lieferumfang ist. Bei VEVOR 3,5 Zoll ist laut Beschreibung ein automatischer Druckschalter dabei.
Stromkosten pro 1.000 Liter
Die Formel lautet: Leistung in kW ÷ Fördermenge in m³/h × Strompreis. Mit dem BDEW-Durchschnittspreis für Haushaltsstrom rechnen wir mit angenommenen 37 ct/kWh. Weil Fördermenge und Förderhöhe sich gegenseitig ausschließen, ergibt die Rechnung mit der Maximalmenge einen Bestwert. Real liegen die Kosten höher.
| Modell | Aufnahme | Fördermenge max. | Strom je 1.000 l (Bestwert) |
|---|---|---|---|
| Trotec TDP 5500 E | 1,1 kW | 6 m³/h | ca. 6,8 ct |
| Trotec TDP 7501 E | 1,8 kW | 6 m³/h | ca. 11 ct |
Beispiel: Du gießt einen Rasen mit 2.000 Litern. Mit der TDP 5500 E sind das mindestens 2 × 6,8 ct, also etwa 14 ct. Das ist wenig, aber nur dann, wenn die Pumpe in ihrem Optimum läuft. Ein dauerndes Takten oder eine zu hohe Förderhöhe treibt die Kosten hoch. Die Kosten für den Brunnen selbst (Bohrung, Zubehör, Wartung) amortisieren sich nur bei viel Wasser. Rechne vorher nach.
Brunnenwasser und Trinkwasser: was du wissen musst
Für Garten, Zisterne und Brauchwasser reicht oft der Brunnen. Für das Trinken und Kochen nicht automatisch: Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Hausbrunnen die mikrobiologischen und chemischen Anforderungen der Trinkwasserverordnung nicht immer erfüllen. Wer sein Brunnenwasser im Haus für Trinkwasserzwecke nutzen will, muss die Anlage laut dem Merkblatt der Städteregion Aachen beim Gesundheitsamt anzeigen, das Wasser regelmäßig untersuchen lassen und ein Rückfließen ins öffentliche Netz sicher ausschließen. Bei reiner Eigennutzung nennt das Merkblatt der Städteregion Aachen eine mikrobiologische Untersuchung mindestens einmal jährlich.
Die Verbindung von Brunnen- und Leitungswassernetz ist ein Fall für den Fachbetrieb (freier Auslauf, Systemtrennung nach den anerkannten Regeln der Technik, etwa DIN EN 1717 und DIN 1988). Eine direkte Verbindung ist tabu. Für die Entnahme von Grundwasser gelten außerdem landesrechtliche Regeln, bei der zuständigen Wasserbehörde kannst du nachfragen, ob eine Anzeige oder Erlaubnis nötig ist. Wir geben hier keine Rechtsberatung, sondern Orientierung.
Typische Fehlkäufe vermeiden
- Zu groß für das Rohr. Außenmaß der Pumpe gegen das Innenmaß des Rohrs prüfen, nicht gegen das Außenmaß.
- Zu wenig Förderhöhe-Reserve. Die Maximalhöhe gilt bei null Durchfluss. Plane mit der Kennlinie.
- Zu viel Pumpe für zu wenig Brunnen. Eine starke Pumpe senkt einen schwachen Brunnen schneller ab.
- Kein Schutz vor Trockenlauf. Schwimmer, Druckschalter mit Schutz oder Pumpensteuerung gehören dazu.
- Kabel als Tragseil. Am Kabel hängt die Pumpe nie.
- Tiefbrunnenpumpe für ein Hauswasserwerk-Problem. Liegt dein Wasser nur 4 bis 6 m tief, genügt ein Hauswasserwerk mit selbstansaugender Pumpe, und du sparst dir den Einbau im Rohr.
Welche Pumpe passt zu welcher Situation?
| Situation | Worauf du achten solltest | Passende Richtung |
|---|---|---|
| Standardrohr, mittlere Tiefe, Garten und Brauchwasser | Förderhöhe-Reserve, vollständiges Datenblatt | Platz 1 oder 3 |
| Tiefer Wasserspiegel, mehrere Regner oder Druck bis ins Obergeschoss | Förderhöhe 80 m oder mehr, Kennlinie prüfen, Stromkosten | Platz 2 |
| Enges Rohr unter 110 mm | Außendurchmesser der Pumpe, Mindest-Innenmaß | Platz 2, 4, 5 oder 7 |
| Kleine Mengen, aber großer Höhenunterschied | Kleinmengen-Pumpe mit hoher Förderhöhe | Platz 7 |
| Flacher Brunnen oder Teich, wenig Druckbedarf | Hohe Menge bei niedriger Höhe genügt | Platz 6 |
Die Zuordnung ist unsere Einordnung auf Basis der Kennwerte, keine Messung. Bei Unsicherheit hilft es, die Kennlinie des gewünschten Modells mit deiner Gesamtförderhöhe abzugleichen.
Abgrenzung: Tiefbrunnenpumpe, Tauchdruckpumpe, Hauswasserwerk
Die Begriffe werden im Handel oft durcheinandergeworfen. Eine Tiefbrunnenpumpe ist lang und schmal und für Rohre gebaut. Eine Tauchdruckpumpe ist kürzer und breiter und für Zisternen, Schächte und offene Behälter gedacht. In ein enges Rohr passt sie nicht. Ein Hauswasserwerk steht an der Oberfläche und saugt an (Gegenüberstellung: Hauswasserwerk oder Tiefbrunnenpumpe). Für Zisternen und Regenwasserbehälter ist die Zisternenpumpe die passende Seite. Für Brunnen mit 5 bis 7 m Wasserstand lohnt der Blick auf Hauswasserwerk und selbstansaugende Pumpe, wie unter mehrstufige Pumpe erklärt.
Pflege und Wartung
Eine Tiefbrunnenpumpe ist wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Ziehe sie bei längerer Stilllegung und vor dem Winter heraus, wenn Frost in den Brunnenschacht reichen kann. Spüle sie mit klarem Wasser ab und lagere sie trocken. Kontrolliere Seil, Kabel und Schmutzsieb jedes Jahr. Wenn Laufleistung oder Druck spürbar nachlassen, ist das fast immer ein Zeichen für verschlissene Laufräder oder ein verstopftes Sieb. Ein Vorfilter nach der Pumpe schützt Beregnungsdüsen.
Weiterlesen
Passende Seiten zu deinem Brunnen: Vor dem Winter hilft Pumpe winterfest machen, und wer noch keinen Brunnen hat, liest im Magazin Brunnen bohren. Wenn du Förderhöhe und Menge selbst nachrechnen möchtest, hilft der Pumpenrechner. Im Glossar erklären wir Begriffe wie Kennlinie und Tiefbrunnenpumpe. Zu Zubehör wie Rückschlagventil und Kessel führt der Zubehör-Überblick, Druckschalter vergleichst du unter Druckschalter. Wer die Pumpe im Vergleich selbst bestellen will, findet die Eckdaten etwa bei der Trotec TDP 5500 E* oder, für tiefe Brunnen, bei der schmalen TDP 7501 E*.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Tiefbrunnenpumpe und Hauswasserwerk?
Eine Tiefbrunnenpumpe hängt unter Wasser im Brunnenrohr und drückt das Wasser nach oben. Ein Hauswasserwerk steht an der Oberfläche und saugt an. Ab etwa 7 bis 8 m Saugtiefe stößt jede Ansaugpumpe an ihre Grenze, dann ist die Tiefbrunnenpumpe die richtige Wahl.
Welchen Durchmesser muss das Brunnenrohr für eine 4-Zoll-Pumpe haben?
Die 4-Zoll-Pumpen im Vergleich messen rund 100 mm und brauchen laut Trotec-Anleitung ein Bohrloch ab 110 mm. Miss das Innenmaß deines Rohrs nach, nicht das Außenmaß. Bei engeren Rohren nimmst du eine schmale Pumpe mit 76 bis 90 mm.
Wie berechne ich die benötigte Förderhöhe?
Addiere den Abstand vom abgesenkten Wasserspiegel bis zum Gelände, den Höhenunterschied zur Zapfstelle, den Druckbedarf des Verbrauchers (1 bar entspricht 10 m) und eine Reserve für Leitungsverluste. Wähle eine Pumpe, deren Maximalhöhe mindestens 50 Prozent darüber liegt.
Darf ich eine Tiefbrunnenpumpe selbst anschließen?
Den Anschluss ans 230-V-Netz sollte eine Elektrofachkraft übernehmen. Trotec schreibt dies für den Steuerkasten ausdrücklich vor und verlangt zusätzlich einen Fehlerstrom-Schutzschalter mit 30 mA. Das Einhängen der Pumpe im Brunnen kannst du selbst erledigen, wenn der Netzstecker gezogen ist.
Kann ich Brunnenwasser trinken?
Nicht ohne Weiteres. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Hausbrunnen die Anforderungen der Trinkwasserverordnung nicht immer erfüllen. Wer Brunnenwasser im Haus als Trinkwasser nutzt, muss die Anlage dem Gesundheitsamt anzeigen und regelmäßig untersuchen lassen. Die Installation übernimmt ein Fachbetrieb.
Muss meine Tiefbrunnenpumpe einen Trockenlaufschutz haben?
Ja, in der Praxis schon. Die Pumpen kühlen sich mit dem Fördermedium. Ohne Wasser überhitzen sie. Ein Überlastschutz im Motor stoppt zwar bei Blockade, ersetzt aber keine Abschaltung bei Wassermangel. Nutze Pumpensteuerung, Schwimmer oder einen Druckschalter mit Schutzfunktion.
Wie viel Strom verbraucht eine Tiefbrunnenpumpe?
Bei maximaler Fördermenge und angenommenen 37 ct/kWh kostet die Trotec TDP 5500 E mindestens rund 6,8 ct pro 1.000 Liter. In der Praxis liegt der Wert höher, weil Menge und Höhe sich gegenseitig begrenzen.
Was tun, wenn mein Brunnen sandet?
Pumpe den Brunnen zuerst mit einer günstigen Schmutzwasserpumpe klar. Setze danach ein Schmutzsieb ein und wähle eine Pumpe mit Angabe zur Sandverträglichkeit. Wenn das Wasser dauerhaft trüb bleibt, lasse den Brunnen vom Brunnenbauer prüfen.
Quellen
- Trotec Betriebsanleitung TDP 5500 E / TDP 7500 E / TDP 7501 E (abgerufen am 03.11.2026)
- BDEW: Zahl der Woche – 129 Liter Trinkwassergebrauch pro Person und Tag (Presseinformation vom 12.04.2021) (abgerufen am 03.11.2026)
- BDEW-Strompreisanalyse (Haushaltsstrompreis, Durchschnitt) (abgerufen am 03.11.2026)
- Umweltbundesamt: Für gesundes Wasser aus Hausbrunnen (Pressemitteilung Nr. 13/2012 vom 08.03.2012) (abgerufen am 03.11.2026)
- Städteregion Aachen: Gesundes Trinkwasser aus Brunnen und Quellen (Merkblatt Gesundheitsamt) (abgerufen am 03.11.2026)
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