Kurz beantwortet
Bis etwa 7 bis 8 m Abstand zwischen Pumpe und Wasserspiegel reicht eine Saugpumpe, etwa ein Hauswasserwerk. Liegt das Wasser tiefer, brauchst du eine Pumpe im Wasser: eine Tauchdruckpumpe im Schachtbrunnen oder eine Tiefbrunnenpumpe im Bohrbrunnen. Beim Rammbrunnen mit engem Rohr passt nur die Saugpumpe.
Die Wahl der Pumpe für einen Brunnen hängt an drei Messwerten, die du selbst feststellen kannst: wie tief der Wasserspiegel unter dem Pumpenstandort liegt, welche Bauart der Brunnen hat und wie weit das Rohr oder der Schacht innen ist. Preis und Marke kommen danach.
Diese Seite führt dich als Entscheidungsbaum durch die drei Fragen und zeigt am Ende, welche Pumpenart übrig bleibt. Wenn du danach die genaue Förderhöhe brauchst, nutze den Pumpenrechner oder lies Förderhöhe berechnen.
Frage 1: Wie tief steht das Wasser?
Gemeint ist der Abstand zwischen Pumpe und Wasseroberfläche, nicht die Tiefe des Brunnens. Eine Pumpe an der Oberfläche saugt das Wasser an. Theoretisch kann ein Unterdruck Wasser nur bis zur Höhe des Luftdrucks heben, das sind rund 10,3 m. In der Praxis begrenzen Verluste die Saughöhe auf etwa 7 bis 8 m. Tiefer geht es nur mit Pumpen, die das Wasser von unten nach oben drücken.
Zwei Messwerte brauchst du: den Ruhewasserspiegel (ohne Pumpbetrieb) und den Betriebswasserspiegel. Beim Pumpen sinkt das Wasser im Brunnen ab, bei schwach ergiebigen Brunnen um mehrere Meter. Für die Auswahl zählt der tiefste Stand, nicht der schönste im Frühjahr. Messen kannst du mit einem Lot: ein Gewicht an einer Schnur mit Markierungen, das du herunterlässt, bis es das Wasser berührt.
Frage 2: Welche Brunnenart hast du?
| Brunnenart | Typisches Merkmal | Passende Pumpe |
|---|---|---|
| Schachtbrunnen | offener, gemauerter oder aus Betonringen gebauter Schacht, meist ein Meter breit | Saugpumpe auf dem Schachtrand oder Tauchdruckpumpe im Wasser |
| Bohrbrunnen | gebohrtes Kunststoff- oder Stahlrohr, oft ab 100 mm Innendurchmesser | Tiefbrunnenpumpe im Rohr, bei flachem Wasserstand auch Saugpumpe |
| Rammbrunnen (Schlagbrunnen) | dünnes Rohr mit Spitze, meist 1¼ bis 2 Zoll | nur Saugpumpe; Tiefbrunnenpumpen passen nicht hinein |
| Zisterne | Speicher für Regenwasser, Wasser steht meist in erreichbarer Tiefe | Saugpumpe, Hauswasserwerk oder Tauchdruckpumpe |
Der Rammbrunnen ist der häufigste Stolperstein: Weil das Rohr eng ist, kommt keine Pumpe hinein. Wenn dort der Wasserspiegel tiefer als etwa 7 m liegt, bleibt nur ein Neubau, etwa als Bohrbrunnen mit größerem Durchmesser.
Frage 3: Wie weit ist das Rohr?
Tiefbrunnenpumpen gibt es in zwei gängigen Bauformen. Eine Pumpe mit rund 10 cm Durchmesser benötigt laut Hersteller ein Bohrloch ab 11 cm; so gibt es die Trotec TDP 5500 E an. Schmalere Modelle wie die Trotec TDP 7501 E messen nur 8,6 cm und passen in engere Rohre. Einhell nennt bei einer anderen Tiefbrunnenpumpe (PE-TP 1000 N) Bohrungen ab DN 100 als Mindestmaß.
Miss den Innendurchmesser des Rohres, nicht den Außendurchmesser. Rechne außerdem Platz für das Kabel, das Seil zum Absenken und das Steigrohr oder den Schlauch ein. Die Pumpe soll nicht schleifen, sonst scheuert sie sich am Rohr oder am Kabel fest.
Der Entscheidungsbaum
- Betriebswasserspiegel höchstens etwa 6 m unter der Pumpe?
- Ja: Saugpumpe genügt. Ob Gartenpumpe, Automat oder Hauswasserwerk, entscheidest du nach dem Einsatz, siehe Hauswasserwerk, Gartenpumpe oder Automat.
- Betriebswasserspiegel zwischen etwa 6 und 8 m?
- Grenzbereich: Eine Saugpumpe mit 8 m Saughöhe laut Datenblatt, kurzer Saugleitung, Fußventil und einwandfreier Dichtheit kann reichen. Sicherer ist eine Pumpe im Wasser.
- Wasserspiegel tiefer als 8 m? Dann kommt nur eine Pumpe im Wasser infrage. Weiter mit der Brunnenart:
- Schachtbrunnen: Tauchdruckpumpe, die du an einem Seil ablässt. Achte auf die Eintauchtiefe: Sie gibt an, wie tief die Pumpe unter die Wasseroberfläche darf, nicht, wie tief der Brunnen sein darf.
- Bohrbrunnen mit 100 mm oder mehr: Tiefbrunnenpumpe mit rund 10 cm Durchmesser.
- Bohrbrunnen mit weniger als 100 mm: schmale Tiefbrunnenpumpe (um 8,6 cm), Passung prüfen.
- Rammbrunnen: keine Pumpe passt; Neubau prüfen.
- Ergiebigkeit prüfen: Die Pumpe darf nicht mehr fördern, als der Brunnen nachliefert. Sonst fällt der Wasserspiegel unter die Pumpe, sie läuft trocken.
Welche Pumpen kommen infrage?
Die folgenden Modelle decken die drei typischen Fälle ab. Herstellerwerte sind Maximalwerte; die passende Auswahl hängt von deiner Förderhöhe ab.
Bohrbrunnen mit Wasserspiegel tief unter der Pumpe
Die Trotec TDP 5500 E gibt 6.000 l/h, 550 W, 5,8 bar und 20 m maximale Eintauchtiefe an. Für tiefere Brunnen mit hohem Druckbedarf nennt Trotec bei der TDP 7501 E 1.100 W und 90 m Förderhöhe bei nur 8,6 cm Durchmesser.
Schachtbrunnen und Zisterne
Die Einhell GC-PP 900 N ist eine Tauchdruckpumpe mit 900 W, bis 6.000 l/h, 32 m Förderhöhe und 7 m Eintauchtiefe. Sie hat einen Schwimmerschalter und eignet sich für Schächte und Zisternen bis 7 m Wassertiefe, nicht für Bohrungen mit großem Wasserspiegelabstand.
Wasserspiegel flach, Haus und Garten fest versorgen
Liegt das Wasser höchstens 6 m unter der Pumpe, bleibt das Hauswasserwerk die Standardlösung, etwa das Einhell GC-WW 1250 NN (Saughöhe bis 8 m, Förderhöhe bis 50 m laut Hersteller). Mehr dazu unter Hauswasserwerk Vergleich.
Zwei Beispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Bohrbrunnen mit Regnern. Ruhewasserspiegel 11 m, Absenkung beim Pumpen 2 m, also 13 m. Der Regner im Garten braucht 3 bar, das entspricht 30 m Förderhöhe, die Zapfstelle liegt 1 m über Gelände. Die Leitung ist 46 m lang (16 m Steigleitung, 30 m im Garten) und verursacht bei 1 m³/h in einem 1-Zoll-Rohr rund 1,7 m Verlust je 100 m, also etwa 0,8 m. Gesamt: 13 + 1 + 30 + 0,8 ≈ 45 m. Eine Pumpe mit rund 58 m Maximalförderhöhe (5,8 bar) liegt damit bei etwa 78 Prozent ihres Maximums. Die Kennlinie zeigt, wie viel Menge dann noch ankommt. Eine Pumpe mit 90 m Förderhöhe hätte deutlich mehr Reserve.
Beispiel 2: Schachtbrunnen im Gartenhaus. Betriebswasserspiegel 4 m unter der Pumpe, Versorgung von Toilette und Waschmaschine im Haus mit 2,5 bar (25 m), Höhenunterschied im Haus 3 m, Leitungsverlust etwa 1 m. Gesamt: 4 + 3 + 25 + 1 = 33 m. Hier reicht ein Hauswasserwerk mit Saugbetrieb. Die Verlustwerte für verschiedene Rohrweiten stehen in Förderhöhe berechnen.
Ergiebigkeit und Fördermenge richtig wählen
Ein Brunnen liefert nur so viel Wasser nach, wie das Grundwasser durch Filter und Sand nachströmen lässt. Das nennt man Ergiebigkeit. Ist die Pumpe stärker als der Nachfluss, sinkt der Wasserspiegel, bis Luft angesaugt wird. Eine einfache Prüfung: Pumpe einige Minuten mit gleichmäßiger Menge laufen lassen und die Absenkung messen. Bleibt der Wasserstand stabil, ist die Menge in Ordnung. Fällt er stetig, drosselst du die Pumpe über ein Ventil oder wählst eine kleinere Pumpe.
Für Haus und Garten reichen meist 1 bis 3 m³/h. Wer größere Rasenflächen mit mehreren Regnern bewässert, kommt in die Nähe der 6.000 l/h, die viele Tiefbrunnenpumpen als Maximum nennen. Diese Menge erreichst du aber nur ohne Gegendruck, siehe die Beispiele oben.
Typische Fehlkäufe beim Brunnen
- Pumpe nach Fördermenge statt nach Förderhöhe gewählt: Eine Pumpe mit hoher Maximalmenge nützt nichts, wenn die Förderhöhe nicht zur Brunnentiefe passt.
- Rohr zu eng: Wer den Außendurchmesser misst, kauft eine Pumpe, die nicht hineinpasst. Der Innendurchmesser zählt.
- Kabel zu kurz: Das Kabel muss von der Pumpe bis zum Schaltkasten ohne Verlängerung reichen. Verlängern darf eine Elektrofachkraft.
- Sandiges Wasser ignoriert: Ein neu gebohrter Brunnen liefert anfangs oft trübes Wasser. Erst klarpumpen, dann die Pumpe dauerhaft installieren.
Zubehör, das du für Brunnen brauchst
- Druckschalter und Druckkessel: Tiefbrunnenpumpen haben meist keine eigene Steuerung. Für Automatikbetrieb brauchst du Druckschalter und Kessel, siehe Druckschalter und Membrankessel.
- Vorfilter und Fußventil: Bei Saugbetrieb schützen sie Pumpe und Saugleitung. Ein Fußventil hält die Leitung gefüllt.
- Sandgehalt beachten: Sandiges Wasser verschleißt Laufräder. Bei einer 4-Zoll-Pumpe nennt der Hersteller Eberth zum Beispiel einen Sandgehalt unter 0,25 Prozent und eine Korngröße bis 0,5 mm als Grenze. Wenn dein Brunnen mehr Sand liefert, hilft ein größeres Filterrohr oder Brunnenregenerierung.
- Kabel- und Seillänge: Prüfe, dass das Anschlusskabel bis zum Schaltkasten reicht. Einhell gibt bei einer Tiefbrunnenpumpe 23 m Kabel und 20 m max. Eintauchtiefe an; kürzere Kabel begrenzen die Einbautiefe.
Trinkwasser und Recht
Weiterlesen
Wenn du dich zwischen Saug- und Tauchlösung nicht entscheiden kannst, hilft der Vergleich Hauswasserwerk gegen Tiefbrunnenpumpe. Die Grundbegriffe erklärt das Glossar, zum Beispiel Ansaughöhe und Tiefbrunnenpumpe. Alle Kaufberatungen findest du im Hub Kaufberatung.
Häufige Fragen
Bis zu welcher Tiefe kann ich mit einer Saugpumpe Wasser fördern?
Physikalisch sind rund 10,3 m das Maximum, in der Praxis begrenzen Verluste die Saughöhe auf etwa 7 bis 8 m. Die Datenblattwerte von 7 oder 8 m sind Idealwerte. Plane eine Reserve ein und miss den tiefsten Wasserstand des Jahres.
Was ist der Unterschied zwischen Eintauchtiefe und Brunnentiefe?
Die Eintauchtiefe gibt an, wie tief die Pumpe unter die Wasseroberfläche abgesenkt werden darf. Sie sagt nichts über die Gesamttiefe des Brunnens. Eine Pumpe mit 7 m Eintauchtiefe darf also höchstens 7 m unter dem Wasserspiegel hängen.
Passt eine Tiefbrunnenpumpe in einen Rammbrunnen?
In der Regel nicht. Rammbrunnen haben meist 1¼ bis 2 Zoll Durchmesser, Tiefbrunnenpumpen messen rund 8,6 bis 10 cm. Bei Rammbrunnen bleibt eine Saugpumpe, solange der Wasserspiegel nicht tiefer als etwa 7 m liegt.
Wie groß muss das Bohrloch für eine Tiefbrunnenpumpe sein?
Das hängt vom Modell ab. Eine Pumpe mit rund 10 cm Durchmesser braucht laut Trotec ein Bohrloch ab 11 cm. Schmale Modelle mit 8,6 cm passen in engere Rohre. Entscheidend ist der Innendurchmesser des Rohres, nicht der Außendurchmesser.
Braucht eine Tiefbrunnenpumpe einen Druckschalter?
Für Automatikbetrieb ja. Viele Tiefbrunnenpumpen laufen nur, solange sie eingeschaltet sind. Mit Druckschalter und Druckkessel startet sie bei Wasserbedarf von selbst. Den elektrischen Anschluss sollte eine Elektrofachkraft machen.
Was passiert, wenn der Brunnen leergepumpt wird?
Fällt der Wasserspiegel unter die Pumpe, läuft sie trocken und kann Schaden nehmen. Wähle die Fördermenge deshalb nicht größer als die Ergiebigkeit des Brunnens und nutze, wo möglich, einen Trockenlaufschutz.
Quellen
- Spektrum Lexikon der Geowissenschaften: Saugpumpe (abgerufen am 03.11.2026)
- Einhell Produktdatenblatt PE-TP 1000 N (Hornbach) (abgerufen am 03.11.2026)
- Einhell Produktdatenblatt GC-DW 1300 N (toom) (abgerufen am 03.11.2026)
- Einhell Produktdatenblatt GC-WW 1250 NN (abgerufen am 03.11.2026)
- Amazon-Produktangabe EBERTH 4 Zoll Tiefbrunnenpumpe 750 W (Sandverträglichkeit, Korngröße)* (abgerufen am 03.11.2026)
- Merkblatt für Betreiber von Eigenwasserversorgungsanlagen, Landkreis Prignitz (abgerufen am 03.11.2026)
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