Kurz beantwortet
Die Gesamtförderhöhe ergibt sich aus Saughöhe, Höhe zur Zapfstelle, Betriebsdruck (1 bar entspricht rund 10 m) und Leitungsverlust. Ein Regner mit 3 bar braucht allein 30 m. Die Maximalförderhöhe im Datenblatt gilt nur bei Fördermenge null, deshalb sollte der Bedarf mit Reserve deutlich darunter liegen.
Die Förderhöhe ist der Wert, an dem die meisten Pumpenkäufe scheitern. Nicht, weil die Rechnung schwierig wäre, sondern weil Leute die Datenblattzahl „50 m“ mit dem tatsächlichen Bedarf verwechseln. Die Maximalförderhöhe einer Pumpe gilt bei Fördermenge null. Sobald Wasser fließen soll, ist sie niedriger.
Hier bekommst du die Formel, Richtwerte für den Verlust in Leitungen und zwei durchgerechnete Beispiele. Wer es lieber klickt, nutzt den Pumpenrechner.
Die Formel: Gesamtförderhöhe berechnen
Die Förderhöhe setzt sich aus vier Teilen zusammen. Du addierst sie in Metern Wassersäule:
H gesamt = H Saug + H Druck + H Betriebsdruck + H Verlust
- H Saug: senkrechter Abstand zwischen Wasserspiegel und Pumpe. Das ist die Ansaughöhe, die du im Betrieb brauchst, also bei abgesenktem Wasserspiegel.
- H Druck: senkrechter Abstand zwischen Pumpe und höchster Zapfstelle oder Regner (z. B. 1. Obergeschoss).
- H Betriebsdruck: der Druck, den die Zapfstelle braucht, umgerechnet in Meter. 1 bar entspricht rund 10 m Wassersäule (genau 10,2 m; für die Planung genügt 10). Ein Regner mit 3 bar bedeutet also 30 m.
- H Verlust: Reibung in Schlauch und Rohr sowie in Bögen, Ventilen und Filtern.
Die ersten beiden Posten sind reine Geometrie. Der Betriebsdruck steht im Datenblatt des Regners oder der Armatur. Der Verlust hängt von Menge, Rohrweite und Länge ab, dazu gleich die Richtwerte.
Leitungsverlust: Richtwerte je 100 m
Je schneller das Wasser fließt, desto größer der Reibungsverlust. Er wächst ungefähr mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Deshalb lohnt sich ein größerer Rohrdurchmesser, wenn die Leitung lang ist. Die folgende Tabelle gibt Richtwerte in Metern Verlust je 100 m gerades, glattes Kunststoffrohr bei Wasser um 10 °C (eigene Berechnung nach Darcy-Weisbach mit der Rohrreibungszahl nach Blasius).
| Rohr (Innendurchmesser ca.) | 1 m³/h | 2 m³/h | 3 m³/h |
|---|---|---|---|
| PE 25 x 2,3 mm (20 mm) | 5 m (0,9 m/s) | 18 m (1,7 m/s) | 36 m (2,6 m/s) |
| PE 32 x 3 mm bzw. 1-Zoll-Schlauch (26 mm) | 1,7 m (0,5 m/s) | 5,6 m (1,1 m/s) | 11,5 m (1,6 m/s) |
| PE 40 x 3,7 mm (33 mm) | 0,6 m (0,3 m/s) | 1,9 m (0,7 m/s) | 3,9 m (1,0 m/s) |
In Klammern steht die Strömungsgeschwindigkeit. Als Planungsgrenze gelten für Verteilleitungen in der Trinkwasserinstallation 2 m/s; die Empfehlung findest du in den Planungsunterlagen von Geberit, die sich auf die Richtlinie W3 der Wasserfachverbände bezieht. Bei 3 m³/h im 20-mm-Rohr liegt die Geschwindigkeit darüber, und der Verlust beträgt mehr als ein Drittel der Förderhöhe einer typischen Gartenpumpe.
Für Bögen, Ventile, Filter und Rückschlagventile rechnest du pauschal 10 bis 20 Prozent auf den Rohrverlust (eigene Annahme für den Überschlag). Bei vielen Formstücken oder alten, rauen Rohren fällt der Zuschlag höher aus. Zwischen Messwert im Datenblatt und Praxis liegen oft mehrere Meter.
Beispiel 1: Brunnen, Regner im Garten
Gegeben: Betriebswasserspiegel 6 m unter der Pumpe, Regner 1 m über der Pumpe, Regner braucht 3 bar bei 2 m³/h. Saugschlauch 8 m, Druckleitung 40 m, beides mit 26 mm Innendurchmesser.
- H Saug: 6 m, H Druck: 1 m, H Betriebsdruck: 3 bar = 30 m.
- Reibung: bei 2 m³/h und 26 mm 5,6 m je 100 m. Saugleitung 8 m: 0,45 m. Druckleitung 40 m: 2,2 m. Summe 2,7 m.
- Formstücke: plus 15 Prozent, also etwa 3,1 m.
- H gesamt: 6 + 1 + 30 + 3,1 ≈ 40 m. Mit 10 bis 20 Prozent Reserve landest du bei 44 bis 48 m.
Eine Gartenpumpe mit 36 m maximaler Förderhöhe reicht hier nicht. Das Hauswasserwerk Einhell GC-WW 1250 NN* gibt 50 m an und erfüllt die Anforderung rechnerisch. Prüfe trotzdem die Kennlinie: Bei 40 m Gegenhöhe liegt die Pumpe bei 80 Prozent ihrer Maximalförderhöhe und fördert nur noch einen Teil der 5.000 l/h.
Beispiel 2: Zisterne im Keller, Toilette im 1. Obergeschoss
Gegeben: Zisterne mit Wasserspiegel 3 m unter der Pumpe, Toilettenspülung 5 m über der Pumpe, Mindestdruck 2 bar bei 1 m³/h. Saugleitung 4 m, Druckleitung 15 m, beides PE 25 mit 20 mm Innendurchmesser.
- H Saug: 3 m, H Druck: 5 m, H Betriebsdruck: 2 bar = 20 m.
- Reibung: bei 1 m³/h und 20 mm 5,3 m je 100 m. Zusammen 19 m Leitung: 1,0 m. Mit 15 Prozent Zuschlag: 1,2 m.
- H gesamt: 3 + 5 + 20 + 1,2 ≈ 29 m. Mit 15 Prozent Reserve rund 34 m.
Der Einhell GC-AW 6333 gibt 36 m an, hier läge der Betriebspunkt sehr nah am Nullpunkt der Kennlinie. Bessere Reserve bieten Modelle mit 40 m wie der Gardena Haus- und Gartenautomat 3500/4 oder mit 50 m wie das Hauswasserwerk Einhell GC-WW 1250 NN. Ein Hauswasserwerk mit Kessel eignet sich für häufige Kleinentnahmen im Haus zusätzlich besser, mehr dazu unter Hauswasserwerk, Gartenpumpe oder Automat.
So liest du eine Kennlinie
Die Kennlinie ist ein Diagramm: Auf der waagerechten Achse steht die Fördermenge, auf der senkrechten die Förderhöhe oder der Druck. Die Kurve fällt von links oben nach rechts unten. Links, bei Menge null, liegt die Maximalförderhöhe. Rechts, bei Höhe null, liegt die Maximalmenge. Beide Eckwerte stehen im Datenblatt, der Bereich dazwischen nicht.
So gehst du vor: Suche auf der Höhenachse deine Gesamtförderhöhe, ziehe waagerecht nach rechts bis zur Kurve und lies darunter die Menge ab. Bei Beispiel 1 wären das 40 m. Ist die abgelesene Menge größer als dein Bedarf von 2 m³/h, passt die Pumpe. Veröffentlicht der Hersteller nur die beiden Eckwerte, gilt die Faustregel von oben: Die Kurve verläuft nicht linear zwischen ihnen, sondern fällt zum Ende hin steiler ab. Wer linear interpoliert, überschätzt die Menge im oberen Höhenbereich.
Sonderfälle: Höhenlage, Temperatur, lange Saugleitung
- Höhenlage: Mit zunehmender Höhe sinkt der Luftdruck und damit die mögliche Saughöhe. Als grobe Näherung (eigene Einordnung) verlierst du etwa 0,1 m je 100 m über dem Meer. In den Bergen lohnt eine Pumpe im Wasser.
- Warmes Wasser: Warmes Wasser lässt sich schlechter ansaugen als kaltes. Die hier genannten Pumpen sind laut Datenblatt für Wasser bis 35 °C ausgelegt.
- Lange Saugleitung: Je länger der Saugschlauch, desto größer der Verlust auf der Saugseite. Halte ihn kurz und dicht, nimm mindestens 1 Zoll und verlege ihn ohne Durchhang, damit sich keine Luftsäcke bilden. Passendes Zubehör findest du unter Zubehör.
Von der Förderhöhe zur passenden Pumpe
Drei Regeln helfen bei der Auswahl:
- Betriebspunkt, nicht Maximalwert: Zeichne in der Kennlinie den Punkt aus gewünschter Menge und Gesamtförderhöhe ein. Liegt er unter der Kurve, reicht die Pumpe. Hat der Hersteller keine Kennlinie veröffentlicht, wähle eine Maximalförderhöhe mit mindestens 30 Prozent Abstand zum Bedarf (eigene Faustregel).
- Saughöhe getrennt prüfen: Der Saugteil ist durch den Luftdruck begrenzt. Eine Pumpe mit 8 m Ansaughöhe kann bei 6 m Wasserspiegel und langer Saugleitung schon am Limit sein.
- Kessel mitdenken: Bei kleinen Entnahmen reduziert ein Kessel die Zahl der Starts und stabilisiert den Druck.
Beachte außerdem den Strombedarf: Er ergibt sich aus Leistung in kW geteilt durch Fördermenge in m³/h. Die Pumpe mit 1,2 kW und 5 m³/h braucht in der Idealrechnung 0,24 kWh je Kubikmeter, bei angenommenen 35 ct/kWh rund 8 ct. Unter Last liegt der Verbrauch höher, weil die Menge sinkt.
Häufige Rechenfehler
- Betriebsdruck vergessen: Wer nur Höhenmeter zählt, unterschätzt den Bedarf um die Hälfte oder mehr. Ein Regner mit 3 bar braucht allein 30 m.
- Ruhe- statt Betriebswasserspiegel: Der Wasserspiegel sinkt beim Pumpen. Rechne mit dem tiefsten Stand.
- Zu enge Leitung: Eine 20-mm-Leitung kostet bei 3 m³/h mehr Förderhöhe als die Pumpe zusätzlich leisten kann. Besser eine Rohrweite größer wählen.
- Maximalmenge und Maximalhöhe zugleich erwartet: Beide Werte treten nie gemeinsam auf.
- Vorpressdruck im Kessel nicht angepasst: Der Vorpressdruck sollte etwas unter dem Einschaltdruck liegen, sonst schaltet die Pumpe zu oft.
Weiterlesen
Welche Pumpe zu deinem Brunnen passt, erklärt Welche Pumpe für den Brunnen?. Den Vergleich der Pumpenarten liefert der Typenvergleich. Weitere Begriffe findest du im Glossar, etwa Fördermenge und Förderdruck; alle Ratgeber stehen im Hub Kaufberatung. Wie wir bewerten, steht unter So vergleichen wir.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Förderhöhe einer Pumpe?
Addiere Saughöhe, Höhe zur höchsten Zapfstelle, den Betriebsdruck der Zapfstelle in Metern (1 bar entspricht rund 10 m) und den Leitungsverlust. Das Ergebnis vergleichst du mit der Kennlinie der Pumpe, nicht nur mit dem Maximalwert im Datenblatt.
Wie viele Meter entsprechen 1 bar?
Ein bar entspricht rund 10 m Wassersäule, genau sind es etwa 10,2 m. Für die Planung genügt 10 m je bar. 3 bar am Regner sind also etwa 30 m Förderhöhe.
Wie groß ist der Druckverlust im Schlauch oder Rohr?
Er hängt von Menge, Innendurchmesser und Länge ab. Bei 2 m³/h verliert ein glattes Rohr mit 26 mm Innendurchmesser rund 5,6 m je 100 m, ein Rohr mit 20 mm rund 18 m. Für Bögen und Ventile rechnest du pauschal 10 bis 20 Prozent dazu.
Was bedeutet die maximale Förderhöhe im Datenblatt?
Die Maximalförderhöhe gilt, wenn die Fördermenge null ist. Sobald Wasser fließt, sinkt die erreichbare Höhe. Die Kennlinie zeigt, welche Menge die Pumpe bei der gewünschten Höhe liefert.
Zählt die Saughöhe zur Förderhöhe?
Ja. Der Höhenunterschied zwischen Wasserspiegel und Pumpe ist Teil der Gesamtförderhöhe. Zusätzlich ist die Saughöhe durch den Luftdruck begrenzt, praktisch auf etwa 7 bis 8 m.
Wie viel Reserve sollte ich einplanen?
Plane etwa 10 bis 20 Prozent Reserve auf die berechnete Gesamtförderhöhe ein. Das ist eine Faustregel, keine Norm. Bei sandigem Wasser, alten Rohren oder vielen Bögen darf es mehr sein.
Quellen
- Wikipedia: Rohrreibungszahl (Blasius-Beziehung für glatte Rohre) (abgerufen am 03.11.2026)
- Geberit Rohrweitenbestimmung Trinkwasser (Fließgeschwindigkeiten nach Richtlinie W3) (abgerufen am 03.11.2026)
- Spektrum Lexikon der Geowissenschaften: Saugpumpe (Saughöhe 10,3 m theoretisch, 7 bis 8 m praktisch) (abgerufen am 03.11.2026)
- Einhell Produktdatenblatt GC-WW 1250 NN (abgerufen am 03.11.2026)
- Einhell Produktdatenblatt GC-AW 6333 (abgerufen am 03.11.2026)
- toom Produktdaten Gardena Haus- und Gartenautomat 3500/4 (abgerufen am 03.11.2026)
- BDEW Strompreisanalyse (Größenordnung Haushaltsstrompreis) (abgerufen am 03.11.2026)
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