Rechner

Welche Pumpe brauche ich?

In 60 Sekunden zur passenden Pumpenklasse

Kurz beantwortet

Der Pumpenrechner ermittelt aus Saughöhe, Höhenunterschied, Leitung und Druck die erforderliche Förderhöhe und Fördermenge. Das Ergebnis ist ein Richtwert für die Pumpenklasse und ersetzt keine Fachplanung.

1. Woher kommt das Wasser?
2. Höhen und Leitung
3. Was soll gleichzeitig laufen?

Richtwert, keine Fachplanung. Berechnungsdurchflüsse für Waschtisch, Spülkasten, Waschmaschine und Auslaufventil nach DIN 1988-300 (Tabellenwerte), Regner nach typischen Herstellerangaben. Rohrreibung vereinfacht nach Hazen-Williams für glatte Kunststoffleitungen (C = 140), plus 20 % Zuschlag für Formteile. Ergebnis wird nur in deinem Browser berechnet.

So rechnet der Rechner

Der Rechner arbeitet vollständig in deinem Browser. Deine Eingaben werden nicht gespeichert. Er ermittelt zwei Größen: die Förderhöhe, die die Pumpe überwinden muss, und die Fördermenge, die sie liefern soll.

Förderhöhe

Die erforderliche Förderhöhe setzt sich aus vier Teilen zusammen:

  • Saughöhe: Abstand vom Wasserspiegel bis zur Pumpe
  • Höhenunterschied von der Pumpe bis zur höchsten Zapfstelle
  • Druck an der Zapfstelle, umgerechnet mit 10,2 m je bar
  • Leitungsverlust, berechnet nach Hazen-Williams mit dem Rauheitsbeiwert C = 140, dazu ein Zuschlag von 20 % für Bögen, Ventile und andere Formteile

Fördermenge

Die Fördermenge ergibt sich aus den Zapfstellen, die gleichzeitig laufen sollen. Wir rechnen mit den Berechnungsdurchflüssen aus DIN 1988-300:

Zapfstelle Durchfluss in l/s entspricht ca. l/min
Waschtisch 0,07 4,2
Spülkasten 0,13 7,8
Waschmaschine 0,15 9
Auslaufventil (Gartenventil) 0,30 18

Für einen Kreisregner setzen wir etwa 15 l/min an. Bei mehreren gleichzeitig genutzten Zapfstellen addiert der Rechner die Werte. Weil in der Praxis selten alles gleichzeitig läuft, solltest du nur die Verbraucher eintragen, die tatsächlich zusammen laufen sollen.

Rechenbeispiel zum Nachrechnen

Ein Brunnen mit 5 m Saughöhe, die Zapfstelle liegt 3 m über der Pumpe, die Leitung ist 25 m lang (¾ Zoll, Innendurchmesser 19 mm), am Gartenventil sollen 2,5 bar anliegen und es sollen 18 l/min fließen.

  1. Durchfluss: 18 l/min = 0,0003 m³/s
  2. Leitungsverlust nach Hazen-Williams: hf = 10,67 · 25 · Q1,852 / (1401,852 · d4,87) mit d = 0,019 m ergibt rund 2,04 m
  3. Zuschlag 20 % für Formteile: 2,04 m · 1,2 = rund 2,45 m
  4. Druckanteil: 2,5 bar · 10,2 m/bar = 25,5 m
  5. Gesamt: 5 m + 3 m + 25,5 m + 2,45 m = rund 36 m

Die Pumpe muss also rund 36 m Förderhöhe bei 18 l/min liefern. Der Löwenanteil von 25,5 m kommt vom gewünschten Druck, der Leitungsverlust spielt mit gut 2 m eine kleine Rolle. Bei einer dünneren oder deutlich längeren Leitung wächst er stark an, weil der Durchmesser mit hoher Potenz eingeht.

Prüfe immer die Kennlinie der Pumpe. Die Datenblatt-Maximalwerte (maximale Förderhöhe, maximale Fördermenge) treten nie gleichzeitig auf. Entscheidend ist, dass die Pumpe bei deiner Förderhöhe noch die gewünschte Menge liefert.

Welche Eingaben du brauchst

Für ein brauchbares Ergebnis brauchst du vier Angaben. Erstens den Abstand zwischen Wasserspiegel und Pumpe, bei einem Brunnen mit Lot oder Maßband gemessen. Zweitens die Höhe bis zur höchsten Zapfstelle, etwa dem Wasserhahn im Obergeschoss. Drittens die Länge und Nennweite der Leitung, gemessen vom Brunnen bis zur entferntesten Zapfstelle. Viertens den Druck, den du dort brauchst: Für Gartenregner reichen oft 2 bis 3 bar, für Haus und Waschmaschine 2 bis 3,5 bar.

Messe lieber zu großzügig als zu knapp. Eine Pumpe, die gerade eben reicht, läuft an der Leistungsgrenze und ist laut. Ein Reserveanteil von 20 bis 30 Prozent bei der Förderhöhe ist sinnvoll.

Grenzen des Rechners

Das Ergebnis ist ein Richtwert. Der Rechner kennt weder den tatsächlichen Zustand deiner Leitung noch Höhenverluste durch Armaturen, Filter oder Rückschlagventile im Einzelnen. Die Ansaughöhe einer Pumpe sinkt zudem mit der Wassertemperatur und der Höhenlage des Standorts. Er ersetzt keine Fachplanung, besonders nicht bei Trinkwasseranlagen. Für Arbeiten am 230-V-Netz und an der Trinkwasserinstallation beauftragst du eine Fachkraft.

So deutest du das Ergebnis

Der Rechner nennt eine Pumpenklasse, zum Beispiel „Hauswasserwerk bis 45 m Förderhöhe“. Nimm sie als Filter für die Vergleiche, nicht als Kaufbefehl. Vergleiche die berechnete Förderhöhe und Fördermenge mit der Kennlinie des Geräts und plane eine Reserve ein. Wenn das Ergebnis über etwa 7 m Saughöhe liegt, ist ein Hauswasserwerk keine Option mehr, dann kommt eine Tiefbrunnenpumpe in Frage.

Wie es weitergeht

Wie du die Förderhöhe von Hand berechnest, zeigt die Anleitung Förderhöhe berechnen. Mit dem Ergebnis geht es zu den passenden Vergleichen: Hauswasserwerke für Brunnen bis etwa 7 m Saughöhe, Tiefbrunnenpumpen bei tieferem Wasserspiegel, Zisternenpumpen und Gartenpumpen für Regentonne und Bewässerung.

Häufige Fragen

Wie genau ist der Pumpenrechner?

Er liefert einen Richtwert für die Pumpenklasse. Der Leitungsverlust ist nach Hazen-Williams mit einem Zuschlag für Formteile gerechnet. Tatsächliche Werte weichen je nach Leitung, Armaturen und Pumpe ab. Prüfe die Kennlinie des Geräts.

Warum wird der Druck in Metern angegeben?

Die Förderhöhe einer Pumpe wird in Metern Wassersäule angegeben. 1 bar entspricht etwa 10,2 m Wassersäule. So lassen sich gewünschter Druck und Höhenunterschied addieren.

Welche Zapfstellen soll ich eintragen?

Nur diejenigen, die gleichzeitig laufen sollen. Wenn du während der Gartenbewässerung nicht duschst, musst du die Dusche nicht mitrechnen. Zu viele Verbraucher führen zu einer überdimensionierten und teureren Pumpe.

Gilt das Ergebnis auch für Tiefbrunnenpumpen?

Als grobe Orientierung ja, wenn du die Eintauchtiefe als Saughöhe ansetzt. Bei Wasserspiegeln tiefer als etwa 7 m ist eine Tiefbrunnenpumpe sinnvoll, da ein Hauswasserwerk dort nicht mehr ansaugt.

Quellen

  1. DIN 1988-300: Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen, Ermittlung der Rohrdurchmesser (abgerufen am 03.11.2026)
  2. Gardena Bedienungsanleitung Hauswasserwerk 4000/5 Eco (Ansaughöhe, Kennwerte) (abgerufen am 03.11.2026)